Auf dem Pauenhof habe ich an vielen Retreats teilgenommen

Dies ist eine kurze Anleitung für moderne Menschen in der westlichen Welt, dem Buddha zu folgen, um inneren Frieden und Glück zu finden.

Auf dem Pauenhof habe ich an vielen Retreats teilgenommen

Dies ist eine praktische Anleitung zum Glücklichsein. Dieser Anleitung zu folgen ist simpel, aber nicht einfach.

Glücklichsein braucht 3 Dinge: Weisheit, Ethik und Übung.

Dies ist die Kernaussage des Buddhismus. Und der Buddhismus ist eine praktische Anleitung zum Glücklichsein.

Weisheit

Weisheit bedeutet, die ersten drei der vier edlen Wahrheiten zu verstehen und zu verinnerlichen (rechte Erkenntnis) und das Leben darauf auszurichten (rechte Absicht). Doch was sind diese Wahrheiten?

Die erste ist die Erkenntnis, dass das Leben leidvoll ist. Natürlich nicht jede Minute! Doch früher oder später werden wir garantiert körperliches Leid erfahren: Krankheit, Alter, Tod. Doch gerade in der heutigen Welt, mit Überfluss, sozialer Sicherheit und einem funktionierendem Gesundheitswesen ist das eigentliche Problem mentales Leiden: Neid, Prestigeverlust, die Ungerechtigkeit der Welt, nicht beachtet zu werden, der Alltag, der anscheinend ohne Perspektive ist.

Das ist die erste Wahrheit: Früher oder später tut es weh!

Haben wollen

Doch was ist die Ursache für diesen Frust? Nicht der fehlende Jobtitel — denn sobald ich den habe, will ich den nächsten. Auch nicht das fehlende Geld: Denn wenn ich das habe und von der Wohnung ins Haus umgezogen bin, brauche ich noch mehr.

Nein, die Ursache für das Leiden ist das Haben wollen.

Verstehe mich nicht falsch: Es ist völlig in Ordnung, von der Wohnung ins Haus umzuziehen. Aber es ist ein Problem, sich unglücklich zu machen, solange man noch in der Wohnung wohnt.

Das Gegenteil von Haben wollen ist auch ein Grund für Leid, und zwar das Ablehnen. Und das ist nicht immer leicht!

Hattest Du schon mal eine Kolik? Das ist äußerst schmerzhaft und es gibt kein Entkommen. Doch dieser Schmerz ist eine Körperfunktion, eine Reaktion unseres Nervensystems.

Schmerz ist nicht Leiden: Das Leiden entsteht ,wenn ich mich mit dem Schmerz identifiziere. Leistungssportler haben beim Training oder im Kampf teilweise extreme Schmerzen, leiden deshalb aber nicht.

Das ist die zweite Wahrheit: Die Ursache für das Leiden sind Haben wollen und Ablehnen, kurz: Gier und Hass

Die Ursache für das Leid

Die dritte Wahrheit ist, dass es eine Möglichkeit gibt, nachhaltig glücklich zu sein: Wir müssen die Ursachen für das Leiden ablegen, also das Haben wollen und das Ablehnen.

Konkret ist das fehlende Haus nicht der Grund, warum wir unglücklich sind, sondern das Haben wollen. Wenn ich mit einer fünfköpfigen Familie in einer 50 m²-Wohnung lebe, macht der Umzug in ein Haus Sinn. Auch berufliche Entscheidungen, die das ermöglichen sollen, machen Sinn.

Es macht aber keinen Sinn, unglücklich zu sein, solange ich noch in der Wohnung wohne. Denn wegen der der Situation zu leiden hilft kein bisschen!

Das ist die dritte Wahrheit: Der einzige Weg, nachhaltig glücklich zu sein, ist es, sich das Haben wollen und das Ablehnen abzugewöhnen.

Diese drei Wahrheiten zu verstehen ist rechte Erkenntnis. Wer die rechte Absicht hat, die Wahrheiten im eigenen Leben zu verinnerlichen, der ist weise.

Der Weg

Es gibt einen Weg, der zum Glücklichsein führt.

Das ist die vierte und letzte Wahrheit: Der 8fache Pfad des Buddha führt zum Glücklichsein.

Die 8 Teile des Pfades können und sollen wir parallel verfolgen. Wir können sie in die drei Gruppen Weisheit, Ethik und Übung aufteilen, die wir schon anfangs kennengelernt haben.

Wir haben eben die zwei Teile kennengelernt, die zur Weisheit gehören, nämlich rechte Erkenntnis und rechte Absicht.

Zur Ethik gehören drei Teile, nämlich rechte Rede, rechte Handlung und rechter Lebenserwerb. Zu deutsch:

Denke, bevor Du den Mund aufmachst, sage die Wahrheit und füge niemanden mit Deinen Taten ein Leid zu.

Gerade in persönlichen und intimen Beziehungen sehen wir heute erschreckend viel Manipulation, sexuelle Unterdrückung oder emotionale Erpressung.

Übung

Die letzte Gruppe ist Übung. Wir wissen, dass wir gesund essen und regelmäßig Sport treiben müssen, um unsere Gesundheit zu erhalten. Und genauso müssen wir das Glücklichsein üben, um es zu erschaffen und zu erhalten.

Konkret müssen wir zwei Dinge üben: Achtsamkeit und Konzentration.

Gerade achtsam sollten wir in jedem Moment sein. Wir können dies aber auch systematisch üben, zusammen mit Konzentration. Das nennt sich Meditation.

Der letzte Teil der Gruppe Übung ist rechte Anstrengung, also eine regelmäßige Praxis zu entwickeln.

Dein eigenen Weg finden

Der hier beschriebene Weg ist der buddhistische Weg, doch ich kenne viele Menschen, die einen ähnlichen Weg vom Buddhismus losgelöst praktizieren. Vieles von dem, was ich gerade beschreiben habe, findet sich in den Lehren von Jesus Christus, Meister Eckhart und zahlreichen weiteren Mystikern wieder.

Das, was ich gerade beschrieben habe, ist simpel, aber nicht einfach. Diesen Weg ohne Hilfe zu gehen ist fast unmöglich.

Wenn Du also den Weg zum Glücklichsein gehen möchtest, dann hole Dir Hilfe. Das kann in der Form eines Buches sein. Auch im Internet findest Du zahlreiche Videos von guten Lehrern.

Den Weg nicht allein gehen

Mediations-Apps (wie Insight Timer) helfen Dir, an der Stange zu bleiben und bieten einen leichten Zugang zu Lehrreden und Kursen.

Was mir enorm geholfen hat, waren mehrtägige Retreats, denn die intensive Zeit mit guten Lehrern und Gleichgesinnten bringt mich in einer Art und Weise voran, wie ich es im Alltag einfach nicht schaffe.

Und wenn Du bereit bist, kannst Du Dich auch einer Gemeinde (Sangha) anschließen, mit der Du gemeinsam regelmäßig meditierst und zusammen wächst.

Ich hoffe, ich habe Dich inspiriert, nach Weisheit zu streben, ethisch zu leben und in jedem Moment Achtsamkeit zu üben: Sowohl für Dein persönliches Glück, als auch für alle fühlenden Wesen.

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